NEIN ZUM GEPLANTEN INDUSTRIEGEBIET LINDERN!

29.06.21 – von Ortsverband –

Die GRÜNEN Geilenkirchen hatten zur Bürgerversammlung auf den alten Sportplatz in Lindern eingeladen.

Thema: Das geplante Industriegebiet Lindern „ FUTURE SITE InWEST“.  Rund 100 Bürgerinnen und Bürger, der Hückelhovener Ortsverband der Grünen sowie Vertreter der Interessengemeinschaft Junkerwald waren dem Aufruf gefolgt.

Die interessierten Bürger konnten vor Ort auf einem großen Banner deutlich sehen, wie nah das geplante Industriegebiet an Lindern, Leiffarth, Honsdorf, Flahstraß, Randerath und Brachelen heranrückt und welche Dimension dieses mit 240 Hektar hat.

„Sieben Tage die Woche, rund um die Uhr wird in solchen Industriegebieten gearbeitet. Das Leben der Menschen in Lindern wird sich verändern“, erklärte Pascal Henke, Sprecher der GRÜNEN Geilenkirchen den Zuhörern.

100 Millionen Steuergelder sollen in dieses Projekt fließen, 70 Hektar Ausgleichsfläche seien für das 199 Hektar große Industriegebiet nötig, betonte der Vorstandssprecher. 40 Hektar Ausgleichsfläche werden direkt vor Ort auf den jetzigen Landwirtschaftsflächen angelegt „Aber wo sollen die fehlenden 30 Hektar hin?“, fragte Pascal Henke und lieferte die Antwort gleich mit: „Die anderen 30 Hektar werden irgendwo in Deutschland entstehen, weil wir diese Fläche hier nicht mehr zur Verfügung haben.“.

Pascal Henke verwies auf die Dörfer in der Umgebung, die durch das zu erwartende erhöhte Verkehrsaufkommen durch Güter- und Personenverkehr hin und auf weniger Parkmöglichkeiten für die Anwohner.

Weitere Flächenversiegelung wird durch den Ausbau von Neubaugebieten entstehen. Auch seien die Auswirkungen auf das Grundwasser unklar: Bei hohem Verbrauch durch die Industriebetriebe könne eine Grundwasserversorgung in der Zukunft für die Bürger*innen und die Landwirtschaft schwierig werden.

Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Heinsberg, WFG, plant die Bebauung des Industriegebietes in drei Clustern. Die erste Firma die dort ansiedelt muss eine Fläche von 10 Hektar nehmen, weitere Firmen sollen nach und nach hinzukommen. Momentan gibt es keine einzige Firma, welche für das IG Lindern in Frage kommt oder Interesse an den Flächen bekundet hat. Erschwerend kommt hinzu, dass die ersten 50 ha in einem Vorhabenverbund verbaut werden müssen. Der Geschäftsführer der WFG Ulrich Schirowski schwärmt in einem Vortrag bei der Grünen Kreistagsfraktion von einem Silikon Valley in Lindern.

In den kommenden fünf Jahren wird die Planung der Stadt Geilenkirchen Millionen kosten. Am Ende ist es nicht ausgeschlossen, dass die Steuergelder der Bürger*innen in den Ausbau eines riesigen Industriegebiets und Infrastruktur fließen und keine Firmen für die Flächen gefunden werden.

Der Fraktionssprecher der Geilenkirchener Grünen, Jürgen Benden, erinnerte daran, dass das LEP- Gebiet Lindern eine alte Planung sei: „Anfang der 90er war man sich des Flächenfraßes und der Klimaveränderung noch nicht so bewusst.“ Doch inzwischen sei klar, dass diese Planung einem Sprung ins Dunkle gleichkäme.

Benden machte darauf aufmerksam, viele Bürger würden glauben, dass das Industriegebiet nicht mehr käme. Noch habe man den weiten Blick über diese Landschaft mit ihren vielen Feldern. Aber:

„Diese Gegend wird später nicht mehr so aussehen, wie Sie sie kennen, wenn das Industriegebiet da ist“, richtete sich Benden an das Publikum.

Der Fraktionsvorsitzende informiert über die Größe des Betriebsgeländes der Schokoladenfabrik in Übach-Palenberg. Die Schokoladenfabrik ist mit zirka 15 ha, mehr als 16-mal kleiner als das geplante Industriegebiet Lindern. Weiterhin passt das Ortsgebiet Lindern mehr als 5-mal in das Industriegebiet Lindern.

Erschwerend käme hinzu, so Benden, dass die neuen Straßenführungen zu dem insgesamt 240 Hektar großen Gebiet flächenmäßig „on top“ gerechnet werden müssten und auch die Landwirte durch die vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen weitere Ackerflächen verlieren werden.

Zum angedachten Bahnanschluss für den Güterverkehr des Industriegebietes machte der Fraktionsvorsitzende seine Einschätzung deutlich: „Ich glaube nicht, dass er kommt. In den Plänen der WFG steht der Bahnanschluss nicht bindend drin.“

Achim Ringk von der Hückelhovener Interessengemeinschaft Junkerwald machte deutlich, dass die 25 Millionen Euro teure L364n eine Schwerlaststraße werden würde. Michael Schmitt von den Hückelhovener Grünen fürchtet durch den Schwerlastverkehr dicke Luft für Hückelhoven. Zudem wies er darauf hin, dass die allgemeine Information zum LEP-Gebiet Lindern erst im nichtöffentlichen Teil der Hückelhovener Ratssitzung stattgefunden habe. Schmitt: „Die Brachelener wissen zu wenig darüber, was durch das Industriegebiet auf sie zukommt. Die Bürgerbeteiligung findet erst statt, wenn es fast zu spät ist.“

Sämtliche Redner appellierten an die Anwohner, ihren Protest durch Unterschriftenlisten und E-Mails an den Landrat und die Bürgermeister deutlich zu machen. Das Grünen Mitglied des Ortsverbands Hückelhoven, Bernd Pierich, forderte die Anwohner auf:

Sagen Sie Nein zum Industriegebiet!